Sohl

Direkt an der Grenze zu Hessen liegt der Bad Laaspher Ortsteil Sohl. Der Ort besteht aus 8 Wohnhäusern mit 35 Einwohnern.

Verwaltungsmäßig gehörte die frühere Bauernschaft Sohl zu Fischelbach. Heute ist der Ort ein Teil der Stadt Bad Laasphe. Interessanterweise gehörte Sohl von 1907 bis 1975 postalisch zum Postamt Ewersbach (Hessen), weshalb auch heute noch die Telefonvorwahl von Dietzhölztal (02774) gewählt werden muss. Seit 1975 ist das Postamt Bad Laasphe für den Ort zuständig. Bis zum Ende der 1960er Jahre mussten die Kinder des Ortes nach Heiligenborn zur Schule laufen. Danach konnte dann die Grundschule in Fischelbach bzw. später in Banfe besucht werden. Für diese Schulen wurde auch endlich ein Omnibus eingesetzt.

Entstanden ist die Siedlung Sohl durch die Anlage von Kanongütern. Im 18. Jahrhundert sorgten die Wittgensteiner Grafen durch Zuteilung von Waldbezirken an Neusiedler für eine Ausdehnung der Landwirtschaftlichen Fläche und eine bessere Nutzung der natürlichen Gegebenheiten des Landes. Die Siedler, oft waren es wegen ihres Glaubens verfolgte Menschen aus anderen Teilen Deutschlands, mussten das ihnen zugeteilte Land selbst roden und urbar machen. Dafür brauchten sie auch nur einen jährlichen Zins, der "Canon" genannt wurde, zu entrichten. Von allen anderen Abgaben und Pflichten waren sie zunächst befreit. Neben Sohl entstanden in dieser Zeit durch die Zuteilung von Kanongütern u.a. die Orte Heiligenborn, Weide, Stünzel und Lindenfeld. Die Bauernschaft Sohl wird erstmals in den Jahren 1709 und 1714 erwähnt. Die evangelischen Einwohner von Sohl gehören zur Kirchengemeinde Fischelbach. Die katholischen Bürger zählten früher zur Pfarrgemeinde Irmgarteichen (Gem. Netphen).

Heute gehören sie zur Pfarrgemeinde Bad Laasphe. Bevor in den 1930er Jahren ein Friedhof auf dem Sohl angelegt wurde, bestattete man die Verstorbenen in Fischelbach bzw. in Irmgarteichen. Ein Höhepunkt im Jahr ist das schon fast traditionelle Maifest am 1. Mai. Veranstalter ist hier der "Langlauf- und Biathlon Club Banfetal", der mittlerweile ein eigenes Vereinsheim auf dem Sohl errichtet hat.

300 Jahre Ortsteil Sohl

1709, also im 18.Jahrhundert sorgten die Wittgensteiner Grafen durch die Zuteilung von Waldbezirken an Neusiedler für eine Ausdehnung der landwirtschaftlichen Flächen und eine bessere Nutzung der natürlichen Gegebenheiten des Landes. Die Bauernschaft Sohl wird erstmals in den Jahren 1709 und 1714 erwähnt. Für 1760 sind zwei Kanongüter belegt. Wie bei vielen anderen Kanonsiedlungen, gehörten auch die ersten Siedler der Bauernschaft Sohl dem katholischen Glauben an. Unter den 39 Einwohnern, die 1819 in den drei Häusern auf dem Sohl wohnten, befanden sich 38 Katholiken und ein Reformierter. 1875 gehörten 6 Wohnhäuser zur Bauernschaft Sohl. Von den 40 Einwohnern waren nun aber nur noch 27 katholisch, die restlichen 13 evangelisch. Das zahlenmäßige Verhältnis der beiden Konfessionen zueinander ist heute etwa ausgeglichen. Die katholischen Einwohner gehörten zur Pfarrgemeinde Irmgarteichen, gingen aber wegen des kürzeren Weges in die Marienkirche zu Ewersbach zum Gottesdienst. Seit ungefähr zehn Jahren gehören sie nun zur Pfarrgemeinde Bad Laasphe. Die evangelischen Bürger besuchen den Gottesdienst in Fischelbach. Bevor man vor rund 55 Jahren auf dem Sohl einen Friedhof angelegt hatte, wurden die Toten in Irmgarteichen bzw. in Fischelbach beerdigt. Die Einwohnerzahl der Siedlung Sohl ist über die letzten 200 Jahre nahezu gleich geblieben. Wohnten 1807 drei Familien mit insgesamt 32 Personen in drei Häusern, so sind es heute ca. 35 Personen -Stand 2002-, die allerdings in 8 Häusern Unterkunft finden. In einem dieser Häuser befand sich zeitweise auch eine Gaststätte. Es war dies das Haus Heinrich. Geführt wurde die Gaststätte, die von 1936 bis 1949 bestand, von August Heinrich und seiner Tochter Luise. Die Wirtschaft war ein beliebter Treffpunkt für die jugendlichen aus dem Dietzhölztal und dem Banfer Grund.

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