Klimafolgen

Energiewende, Extremwetter und Katastrophenschutz

Der Klimawandel ist zur Klimakrise geworden. Steigende Temperaturen und Extremwetterereignisse wirken sich immer mehr auf unsere Umwelt und unseren Alltag aus. Dies zeigt sich in den vergangenen Jahren zunehmend, denn die zehn wärmsten je gemessenen Jahre traten alle nach dem Jahr 2000 auf. Auch das laufende Jahr 2025 könnte zu einem der drei wärmsten Jahre werden.

Besonders von den steigenden Temperaturen betroffen sind die sich stark aufheizenden Städte, weil die Hitze dort länger in Beton und Asphalt gespeichert wird und die Abwärme von Fahrzeugen und Klimaanlagen die Temperatur zusätzlich erhöht. Gleichzeitig fehlt die Verdunstungskälte des Waldes, von dem wir in Siegen-Wittgenstein profitieren. Vor allem für vulnerable Teile der Bevölkerung führt dies zu gesundheitlichen Risiken.

Folgen des Klimawandels

Dürre

Grund für die immer häufiger werdenden und anhaltenden Trockenperioden sind Hochdruckgebiete, die sich kaum vom Fleck bewegen. Dadurch werden regenbringende Tiefdruckgebiete blockiert.
Auch dieses Phänomen wird durch den Klimawandel hervorgerufen, denn durch weltweit unterschiedlich schnell ansteigende Temperaturen verringern sich Temperatur- und Druckunterschiede. Dadurch nehmen auch Winde ab, die dafür sorgen, dass sich Hoch- und Tiefdruckgebiete schnell vorwärtsbewegen.

Trockenheit ist vor allem für die Landwirtschaft problematisch, weil es zu Ernteausfällen kommt und letztendlich die Versorgungssicherheit gefährdet wird. Aber auch die natürliche Vegetation wird ohne regelmäßige Niederschläge geschädigt.

Hitze

Durch den Klimawandel nimmt die Zahl der Hitzetage in Deutschland zu. Seit 1951 hat sich die durchschnittliche Zahl der heißen Tage (Tage mit mindestens 30 °C) mehr als verdreifacht. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Hitzetage weiter zunimmt und heiße Tage auch immer früher im Jahr auftreten. Nicht jeden belastet die Hitze gleichermaßen, doch insgesamt können hohe Temperaturen und lang anhaltende Hitzeperioden dem menschlichen Organismus ernsthaft zu schaffen machen.

Hochwasser und Starkregen

Mit jedem Grad Temperaturanstieg nimmt die Atmosphäre 7 % mehr Wasserdampf auf. Treffen unterschiedliche Luftmassen aufeinander, wird das so gespeicherte Wasser teilweise in kürzester Zeit freigesetzt und regnet ab. In diesen Fällen spricht man von Starkregenereignissen, welche oft lokal und zeitlich begrenzt auftreten und damit kaum vorherzusehen und planbar sind.

Gegenüber Hochwassergefahren, die von Flüssen und Bächen ausgehen und in erster Linie Bereiche direkt an den Gewässern oder in Talauen betreffen, kann Starkregen jederzeit und überall auftreten. Bei einem Starkregenereignis fällt in kurzer Zeit so viel Niederschlag, dass dieser nicht mit den vorhandenen Abwasserentsorgungssystemen abgeleitet werden kann.

2024 standen weite Teile Mitteleuropas unter Wasser und auch in Bayern, Polen, Tschechien und Österreich gab es Überflutungen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die durch extremen Starkregen mit Mengen zwischen 100 und 150 Liter pro Quadratmeter in kürzester Zeit ausgelöst wurde. Auch das Starkregenereignis im Juli 2014 in Münster, wo in sieben Stunden rund 300 l/m² Regen fielen, hat zu Überflutungen von Straßen und Kellern geführt.

Diese Erfahrungen zeigen, dass auch Regionen in NRW betroffen sein können. Die Kanalisation kann für solche Extremereignisse nicht ausgelegt werden und ein vollständiger Schutz ist nicht möglich.
Selbst wenn wir in Siegen-Wittgenstein bisher weitgehend verschont geblieben sind, sollte allen bewusst sein, dass Wetterlagen mit starken und lang andauernden Niederschlägen und Überflutungsgefahr mit größerer Wahrscheinlichkeit auch Siegen-Wittgenstein und die Stadt Bad Laasphe treffen können.

Auch falls das eigene Haus oder Grundstück bisher noch nie von einem Hochwasser oder Starkregenereignis betroffen war, darf man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Es kann vorkommen, dass Flüsse so stark über die Ufer treten, dass selbst Gebiete von Hochwasser betroffen sind, die es bereits seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten nicht waren. Auch sollte man darauf eingestellt sein, dass Hochwasserschutzanlagen, wie z.B. Dämme, versagen können.

Daher sind in gefährdeten Bereichen individuelle grundstücks- und gebäudebezogene Vorsorgemaßnahmen notwendig. Dies liegt einerseits im eigenen Interesse, andererseits besteht dazu nach § 5 Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes eine gesetzliche Verpflichtung:
Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt oder Sachwerte durch Hochwasser anzupassen.

Damit ist u. a. dafür Sorge zu tragen, dass kein Schaden für andere oder die Umwelt z. B. durch Treibgut (Brennholz, Komposthaufen und Abfälle) oder auslaufendes Heizöl entstehen kann.

Um das Hochwasser- und Starkregenrisiko für das eigene Grundstück besser abschätzen zu können und Schutzmaßnahmen zu treffen, wurden im Rahmen einer Klimawirkungsanalyse durch den Kreis Siegen-Wittgenstein wassergefährdete Bereiche erfasst und in Karten visualisiert. So können natürliche Überschwemmungsflächen bewahrt, und gefährdete Bereiche von einer Bebauung freigehalten werden.
Auf dieser Kartengrundlage können Sie sich informieren, persönliche Risiken für Ihr eigenes Grundstück abschätzen und Vorsorgemaßnahmen treffen.

Wie schütze ich mich?

Hitze

Das Umweltbundesamt hat einen sogenannten »Hitzeknigge« veröffentlicht, in dem zahlreiche Tipps, Hinweise und weiterführende Links mit Informationen für das richtige Verhalten bei Hitze zusammengestellt sind.

Hochwasser und Starkregen

Oberflächenwasser
Der Schutz von Gebäudeöffnungen wie Lichtschächte, Kellerfenster und –treppen und Eingängen verhindert das Eindringen von Oberflächenwasser in das Gebäude.

Rückstauwasser aus der Kanalisation
Vor einem Rückstau aus der Kanalisation schützt eine Abwasserhebeanlage oder ein Rückstauverschluss (Rückstauverschluss nur für Räume mit untergeordneter Nutzung, nicht für zentralen Kanalanschluss).

Umsichtiges Verhalten
Meiden Sie bei Starkregenereignissen tiefer gelegene Gebäudeetagen, Garagen und Unterführungen, weil dort die größte Gefahr besteht, zu ertrinken oder von Stromschlägen getroffen zu werden. Lagern Sie dort auch kein Werkzeug oder Abdichtmaterial, welches Sie im Notfall für den Gebäudeschutz benötigen oder vor dem Verlassen des Gebäudes holen müssen.
Begeben Sie unter keinen Umständen in diese Bereiche, solange die Wasserpegel noch steigen können oder während Wasser eindringt, weil die Gefahr besteht, eingeschlossen zu werden. Lässt sich eine Tür nur nach innen öffnen, kommen Sie selbst bei einem vergleichsweise niedrigen Wasserstand schnell nicht mehr heraus, weil bereits mehrere 100 kg Wasser dagegen drücken.
Das Auto in der (Tief-)Garage oder Gegenstände sind nicht so wichtig wie Ihr Leben. Setzen Sie sich keinen unnötigen Gefahren aus.

Versicherungsschutz
Eine Elementarschadenversicherung bietet einen umfassenden Versicherungsschutz gegen Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser.

Nützliches zur Vorbereitung auf den Ernstfall
Es kann sein, dass die Feuerwehr im Katastrophenfall zunächst dringendere Aufgaben als das Auspumpen von Kellern hat und Ihnen nicht sofort helfen kann. Dann gilt es, nicht zu verzweifeln und soweit möglich selbst tätig zu werden.
Verschiedene Hersteller bieten z. B. Hochwasserboxen an, um von einem Wassereinbruch betroffene Räume schnell und effektiv wieder trocken zu legen. Das Set besteht neben der Kunststoffbox aus einer Schmutzwasserpumpe und einem Feuerwehrschlauch und wird in unterschiedlichen Leistungsklassen angeboten.

Auch ein batteriebetriebenes Radio für Informationen zur aktuellen Gefahrenlage, eine Taschenlampe mit Handkurbel und eine Powerbank um die Lebensdauer des Handy-Akkus zu verlängern, können im Ernstfall wertvolle Dienste leisten.

Machen Sie sich Gedanken und überlegen Sie, wie Sie sich vorbereiten können.
Vorbereitung ist alles!

Viele nützliche Informationen hat das »Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe« auf seiner Website zusammengestellt.

Stadt Bad Laasphe