„Tag des offenen Denkmals“ am 8. September: Trafostation Amalienhütte geöffnet

Geschichte zum Anfassen bietet am kommenden Sonntag, 8. September, wieder der „Tag des offenen Denkmals“. Unter dem diesjährigen Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ laden historische Bauten und Stätten in ganz Deutschland Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu interessanten und lehrreichen Streifzügen in die Vergangenheit ein. Auch das Industriemuseum Trafostation Amalienhütte in Niederlaasphe ist erneut mit von der Partie und öffnet an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr seine Türen für wissbegierige Besucherinnen und Besucher. 

Die Trafostation ist ein Nachfolgebau aus dem Jahr 1924, mit der vollständigen Ausstattung an Hoch- und Niederspannungsaggregaten. Sie gibt einen Einblick in die Entwicklung der Stromversorgung der ehemaligen Buderus’schen Eisenwerke Amalienhütte. Darüber hinaus wird hier der Beginn einer überregionalen Stromversorgung erlebbar dargestellt. 

Die Ursprünge der Stromversorgung gehen zurück auf den Hessen-Nassauischen Hüttenverein Steinbrücken, da die Eisenwerke im oberen Lahntal an das Kraftwerk in Oberscheld angeschlossen wurden. In der Trafostation Amalienhütte endeten später drei Verbundnetze, die das Eisenwerk mit Strom belieferten: von der EAM in Oberscheld, von Hemfurth am Edersee und von dem Stromversorger Westfalen-Brilon. Der über die 20 kV-Leitung ankommende Strom wurde auf 220 Volt umgespannt. 

Als die Amalienhütte in den 70er Jahren ihre Tore schloss, sollte die Trafo- und Schaltstation abgebrochen werden. Der Verein für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe e.V. setzte sich jedoch für den Erhalt des Bauwerks ein und rettete so die elektrischen Raritäten aus den Anfangszeiten der Stromversorgung für die Industrie. 1993 gelangte das Trafogebäude über den Grundstücksfonds Nordrhein-Westfalen in das Eigentum der Stadt Bad Laasphe. Sie stellte dem Verein die Anlage ein Jahr später für den Ausbau zu einer Begegnungsstätte und zum Industriemuseum zur Verfügung. Seither bieten die Vereinsmitglieder ein Stück Industriegeschichte zum Ansehen, Staunen, Experimentieren und Erleben an. Alle Anlagen sind bis heute im Bestzustand erhalten.

Und auch das Gelände um das Gebäude birgt mit einem liebevoll angelegten, kleinen Mühlenweiher Sehenswertes. Sein Wasser läuft über zwölf kleine Wasserräder und Turbinen, die unter anderem eine Schlackenpoche, zwei Hammerwerke, eine Sägemühle,  zwei Getreidemühlen und eine Schleiferei antreiben.

Industriemuseum Trafostation Amalienhütte, Auweg 5, 57334 Bad Laasphe-Niederlaasphe, Öffnungszeiten am 8. September: 11 bis 17 Uhr (ansonsten von April bis September immer am letzten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr und auf Anfrage, Führungen nach Bedarf), weitere Infos unter www.heimatverein-niederlaasphe.de/trafo.htm

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