Sieger des Brückenwettbewerbs gekürt

Eine höhere Sicherheit  für Radfahrer könnte sie bringen, eine touristische Aufwertung und eine leichtere Zuwegung zum Ludwig-Koch-Center – die Verlegung des Lahntalradweges in der Kernstadt von Bad Laasphe. Schon seit Längerem existiert die Idee, die Trasse anders zu führen, und zwar vor allem weg von der B62, an der sie momentan noch liegt. Stattdessen – so der angedachte Plan, der einst seitens der Politik eingebracht wurde – soll der Weg bei der Brückenstraße die Lahn queren, dann im Gebiet „Unterm Hombach“ entlang des namensgebenden Flusses verlaufen und schließlich in der Nähe des Schlichthauses abermals über die Lahn auf die Straße „In der Stockwiese“ führen. Für dieses Szenario wäre eine neue Brücke im Bereich des Hauptbahnhofes, westlich des „Hohen Steins“ nötig. Doch wie könnte die aussehen?

Diese Frage gab die Stadt Bad Laasphe als Wettbewerb an Architekturstudierende der Universität Siegen weiter. Der Lehrstuhl für Tragkonstruktion unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thorsten Weimar koordinierte den Wettbewerb und bot dazu im vergangenen Wintersemester das Wahlfach „Faszination Brücken“ an. Vorgaben gab es kaum, einzig hochwasserresistent sollte das Bauwerk sein, immerhin ist das Areal Überschwemmungsgebiet und eine frühere Brücke war an derselben Stelle seinerzeit dem Hochwasser zum Opfer gefallen.

Insgesamt 14 Bachelor-Studierende aus dem 4. bis 6. Fachsemester stellten sich in Zweierteams der Aufgabe, eine neue Radwanderbrücke für Bad Laasphe zu entwerfen. Herausgekommen sind sieben höchst unterschiedliche und interessante Modelle. Sie sollen Inspiration liefern, erklärte Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thorsten Weimar: „Keiner dieser Entwürfe könnte 1:1 so umgesetzt werden, sollte es mal zu einer Realisierung des Projektes kommen. Es geht vielmehr darum, Ideen zu bekommen, was überhaupt alles möglich ist und wie unterschiedlich man da ran gehen kann.“

Eine elfköpfige Jury, der neben Univ.-Prof. Dr.-Ing. Weimar und dessen Mitarbeiterinnen Dipl.-Ing. Katja Wirfler und Laura Vuylsteke (M.Sc.) auch Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, Marcus Winkeler als Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen sowie Vertreter der vier Bad Laaspher Ratsfraktionen angehörten, nahm die Entwürfe genauestens unter die Lupe und bewertete sie nach unterschiedlichen Kriterien wie Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit der Konstruktion oder Anbindung ans Wegenetz. Am vergangenen Mittwoch fand die Siegerehrung im Haus des Gastes statt.

Auf dem ersten Platz landete der Entwurf von Nicole Gerlach und Vanessa True. Ihre Brücke, eine Fachwerkbrücke aus Holz und Stahl, führt geradlinig über das Wasser, zwei Abspannseile an jedem Ende dienen als Eingangsportale, große, offene Gefache und ein filigranes Geländer sollen das Gefühl des „Hinüberschwebens“ über den Fluss vermitteln. „Die Brücke ist mit einer Harmonie und Ruhe in die Landschaft eingebettet“, erklärte Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thorsten Weimar. Für ihren Entwurf hatten sich die beiden Studentinnen bewusst an der Ästhetik vorhandener Brückenbauwerke in der Lahnstadt orientiert. Sie erhielten ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro. Den zweiten Platz belegten Larissa Lukas und Dimitri Udovenco. Sie bekamen 200 Euro für ihren Entwurf, der sich als Mischung aus einer Trogbrücke und einer sogenannten Sprengwerkbrücke präsentiert. Die Holz-Stahl-Konstruktion mit Fachwerk besitzt an den beiden Uferbereichen verwinkelte Ecken, die zum Verweilen an der Lahn einladen. Auf den dritten Platz schafften es Jan Weyand und Mohammed Mahmud mit der Konstruktion einer Bogenbrücke, die eine zweigeteilte Wegeleitung aufweist und aus der Vogelperspektive an ein Fischskelett erinnert. Sie wurden mit einem Preisgeld in Höhe von 100 Euro belohnt. Aber auch die anderen Architektenteams durften sich freuen. „Es sind alles großartige Arbeiten. Jeder Entwurf für sich hat etwas Besonderes. Das wollen wir honorieren“, erläuterte Dr. Torsten Spillmann. Deshalb gab es für die Plätze 4 bis 7 jeweils 50 Euro – gestiftet von den vier Bad Laaspher Ratsfraktionen, denen Dr. Torsten Spillmann dafür herzlich dankte.

Ein weiterer Dank ging an die Universität. Nahezu jeder Fachbereich versuche, bei regionalen Projekten mitzuwirken, so der Bad Laaspher Bürgermeister: „Durch die Entwürfe ist die Thematik für uns jetzt nicht mehr so fiktiv. Die Arbeiten bringen Licht ins Dunkel, sie geben uns etwas Greifbares, mit dem man weiterarbeiten kann, sie geben uns Orientierung, wohin es gehen könnte. Deshalb ist das hier und heute ein wichtiger Meilenstein auf dem langen Projektweg und wir freuen uns, dass die Universität uns dabei so toll unterstützt hat.“ Den Dank gab Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thorsten Weimar gerne zurück. Es mache allen Beteiligten meist ohnehin viel mehr Spaß, an etwas „Realem“ mitzuarbeiten und Aufgaben aus der Praxis zu absolvieren.

Noch bis zum 26. Juli sind alle sieben Modelle im Foyer des Haus des Gastes für die Öffentlichkeit ausgestellt. Die Bad Laaspher können sie inspizieren und mittels Karten mitteilen, welches ihnen am besten gefällt. „Platz 1 ist nicht in Stein gemeißelt. Uns interessiert natürlich auch die Meinung unserer Bürgerinnen und Bürger. Wir möchten gerne erfahren, welcher Entwurf in ihren Augen am meisten nach Bad Laasphe passt“, so Dr. Torsten Spillmann. Wenn man das wisse, wolle man sich wieder zusammensetzen und die nächsten Schritte überlegen. „Vielleicht kann man auch mehrere Entwürfe zusammenführen“, wagte der Bürgermeister einen Ausblick. Ein Beschluss bzw. eine Genehmigung zur Umsetzung der Pläne oder ein fester Zeitplan ist mit alldem jedoch noch nicht verbunden, stellte er klar: „Erstmal müssen wir ganz genau wissen, auf welchem Entwurf oder welchen Entwürfen unsere Brücke basieren soll. Wissen wir das, dann können wir über zu verwendende Materialien nachdenken, einen Kostenrahmen ermitteln und auch schauen, welche Förderprogramme zur Verfügung stehen würden.“

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