Bürgermeister appelliert: „Bitte verfallen Sie nicht in Panik und halten Sie Abstand!“

Eine Person aus dem Gebiet von Bad Laasphe ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Diese Nachricht aus dem Kreishaus erreichte Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann am Donnerstagabend, 19. März, um kurz vor 18 Uhr. Es ist der erste bestätigte Coronafall in der Lahnstadt.

Dazu erklärt Dr. Spillmann: „Dass auch wir über kurz oder lang betroffen sein werden, damit mussten wir aufgrund der Entwicklungen in den letzten Tagen und Wochen leider rechnen. Es war weniger eine Frage des ‚Ob‘ als vielmehr eine des ‚Wann‘.“

Der Verwaltungschef bittet die Bad Laaspherinnen und Bad Laaspher, trotz dieser neuen Situation Ruhe zu bewahren: „Es ist absolut nachvollziehbar, dass bei den Menschen große Verunsicherung herrscht. Eine solche Lage war noch nie da. Unseren normalen Alltag gibt es nicht mehr, wir müssen uns komplett neu orientieren und strukturieren. Was uns dabei jetzt hilft, ist vor allem Besonnenheit und Umsicht. Deshalb bitte ich die Bürgerinnen und Bürger von Bad Laasphe: verfallen Sie nicht in Panik!“ Die Stadtverwaltung habe die Erlasse der Landesregierung bereits umgesetzt und kontrolliere nun deren Einhaltung. „Damit die Maßnahmen greifen können, ist es jetzt aber auch extrem wichtig, dass jeder die Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Behörden befolgt – so schwer es teilweise fällt. Das bedeutet: Vermeiden Sie unnötige Aufenthalte in der Öffentlichkeit, gehen Sie auf Abstand zu anderen gehen, auch im Freundes- und Familienkreis, und achten Sie stets auf eine ausreichende Hygiene!“

Der Bürgermeister denkt dabei ganz besonders an all diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, also alle Personen ab 60 Jahren, mit einem geschwächten Immunsystem und/oder  bestimmten Grund- oder Vorerkrankungen: „Sie sind ganz besonders gefährdet. Deshalb bleiben Sie bitte zu Hause! Wer Lebensmittel oder andere Dinge des täglichen Bedarfs benötigt und niemanden hat, der die Einkäufe übernehmen kann, darf auf unsere Nachbarschaftshilfe vertrauen und sollte uns über die Infohotline Bescheid geben. Wir vermitteln dann schnellstmöglich Kontakte zu freiwilligen Helfern!

Dr. Spillmann freut sich, dass schon einige ihre Hilfe angeboten haben. „Dafür schon mal vielen Dank! Wir freuen uns aber natürlich auch über jeden weiteren, der etwas tun möchte. Auch diese Personen können sich über unsere Infohotline melden.“ Die Hotline ist zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses (Mo. bis Fr.: 8.30 bis 12 Uhr, Mo. bis Mi.: 13.30 bis 15.30 Uhr, Do.: 13.30 bis 17.30 Uhr) besetzt. Die Nummer lautet 02752/909-153.

Wer seine Hilfe anbietet oder welche benötigt, erklärt sich damit einverstanden, dass seine Kontaktdaten aufgenommen und im Bedarfsfall weitergegeben werden. Die Datensammlung ist nur temporär für die Zeit der Pandemie und auch nur zum Zwecke der Vermittlung von Hilfen. Danach wird sie selbstverständlich wieder gelöscht.

Dr. Spillmann: „Hier appelliere ich wirklich an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger. Ich weiß, dass all diese Regeln eine große Einschränkung bedeuten, die alles andere als einfach und schön ist. Aber sie ist in dieser Situation ganz dringend nötig, um uns alle zu schützen und unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren.“

In diesem Zusammenhang dankt der Verwaltungschef jenen, die bereits ihren Beitrag dazu leisten und das öffentliche Leben jetzt noch stemmen, etwa Mitarbeiter von Supermärkten, Drogerien,  Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäusern, Kliniken, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr oder auch Belegschaften in den Behörden: „Sie halten den Laden sprichwörtlich am Laufen. Was sie leisten, verdient höchste Anerkennung.“

Auch bei den Einzelhändlern, Hoteliers und Gastronomen, die aufgrund der Vorgaben der Landesregierung und der Verfügung des Kreises schließen oder große Teile ihres Betriebes einstellen mussten, bedankt er sich für das Verständnis: „Für sie ist die Lage besonders schwer. Existenzängste bestimmen den Alltag. Ich versichere, dass wir als Stadtverwaltung unser Möglichstes tun, um sie in dieser Lage zu unterstützen.“

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